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Pressemitteilungen LV Hessen

31.05.21 - 11:17 Uhr

Deutscher Mieterbund – Landesverband Hessen e.V. äußert sich zur Übernahme der Deutsche Wohnen von Vonovia

Zahlen müssen die Mieterinnen und Mieter

Erst vor wenigen Tagen haben die beiden größten aktienorientierten Woh­nungsunternehmen in Deutschland, die Vonovia SE und die Deutsche Wohnen SE bekannt gegeben, dass sie fusionieren möchten. Dadurch würde ein neuer Wohnungsriese in Deutschland entstehen, mit einem Wohnungsbestand von weit über eine halbe Millionen Wohnungen. Nach außen hin versuchen die bei­den Konzerne ihr Milliardengeschäft durch angebliche soziale Verbesserungen besser darzustellen.

„Anscheinend versuchen die beiden Wohnungsunternehmen sich mit faden­scheinigen Zugeständnissen nach außen hin zu legitimieren“, moniert Gert Reeh, der Vorsitzende des Deutschen Mieterbundes – Landesverband Hessen e.V. Beim Mieterbund befürchtet man, dass die Vonovia-Mieterinnen und –Mie­ter für diesen teuren Deal geradestehen müssen. Schließlich ist von den geäu­ßerten Versprechen tatsächlich nicht viel zu erwarten. So sollen z.B. die ange­kündigten „freiwilligen“ Mietpreisbegrenzungen für die Bundeshauptstadt Berlin gelten. Offengelassen wird außerdem, was mit den weiteren tausenden von Wohnungen in der restlichen Republik passiert. Wenn man die Versprechungen genauer liest, fällt zudem auf, dass es nur um Durchschnittsmieten geht, so­dass im Einzelfall durchaus mit deutlicheren Mieterhöhungen zu rechnen ist. Dass die Vonovia häufig die örtlichen Mietspiegel außer Acht lässt, ist bekannt.

Auch mit der Begrenzung der Modernisierungsaufschläge auf 2,00 Euro pro Quadratmeter macht die Vonovia nicht mehr, als jetzt bereits im Gesetz steht (bei Mieten unterhalb von 7,00 Euro /qm). Im Übrigen ist es ohnehin bei der Vonovia üblich, Modernisierungsmaßnahmen in kleinerem Rahmen durchzufüh­ren, dann allerdings in den gesetzlich relevanten 6-Jahres-Abständen.

Bedenklich ist auch, dass bereits jetzt bei der Vonovia viel zu wenig Personal vor Ort beschäftigt wird, welches die Bestände und seine Bewohner kennt. Dies gilt umso mehr als das angekündigt wurde, „Synergien zu erzielen und Kosten zu senken“, denn dies bedeutet in der Regel weiteren Personalabbau. „Für die Mieterinnen und Mieter der hessischen Vonovia-Wohnungen wird es jedenfalls auch in Zukunft weder leichter noch günstiger. Wir können den Leuten nur emp­fehlen, sich regelmäßig beraten zu lassen, Mieterhöhungsverlangen, Betriebs­kostenabrechnungen und Modernisierungsankündigungen bei einem unserer Vereine prüfen zu lassen“, schließt Reeh.